Farahan
200 cm x 148 cm
Nr. 83552

€1,190

Floraler Farahan, beige durchgemustert mit zentralem Medaillon und Bordüre

Herkunft
Pakistan
Maße 200 cm x 148 cm (= 2.96 qm)
Herstellung handgeknüpft
Material Flor: Wolle (handgesponnen, Naturfarben)
Schuss & Kette: Baumwolle
Knoten/m2 160.000
Florhöhe 5mm
Zustand neu
Farbe Beige, Hellbraun
Auflage Einzelstück

Herkunft

Farahan ist ein Bezirk in der zentraliranischen Provinz Markazi. Nach ihr wurde ein klassisches florales Muster der Teppiche aus der Mahallat Region um die Stadt Sultanabad benannt.

Die Region Mahallat um die Stadt Sultanabad (früher Arak) entwickelte sich ab den 1870er Jahren zu einem wichtigen Zentrum für die Knüpfung persischer Exportteppiche. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die englische Importfirma namens Company Messrs. Ziegler & Co. Ltd. eines Schweizer Kaufmanns, die 1883 auch eine Außenstelle in Mahallat eröffnete.

Die auch als Mahal, Ziegler-Mahal oder auch schlicht Ziegler bezeichneten Teppiche wurden in den umliegenden Dörfern nach westlichen Farb- und Mustervorgaben geknüpft. Die Mischung aus europäischen Design-Vorgaben in hellerem, ruhigeren Kolorit und klassischen Mustern im Stil der Farahan und Sultanabad Teppiche kam in Europa sehr gut an.

Der Erfolg war riesig und Ziegler Teppiche wurden zu einem internationalen Gütezeichen. Der exquisite Verlauf der vielblättrigen Blumen ist bei Zigler Teppichen besonders beeindruckend. Gut erhaltene antike Ziegler Teppiche erzielen heute – vor allem in den USA – Rekordpreise. Seit einigen Jahren werden diese antiken Ziegler-Designs in hochwertiger Qualität in Pakistan oder Indien nachgeknüpft.

Die neu aufgelegten Ziegler Teppiche aus handgesponnener und mit Naturfarben gefärbter Wolle sind Teil eines Revivals handgeknüpfter Teppiche. Die Rückbesinnung auf traditionelle Techniken begann in den frühen 1980er Jahren, angetrieben unter anderem von der sogenannten DOBAG-Initiative. Zunächst konzentrierte sich die Reproduktion auf die – oben beschriebenen – Ziegler Teppiche. In der Folge begann die Reproduktion beinahe aller traditionellen persischen Muster. So entstanden Adaptionen antiker Teppiche ebenso wie zeitgenössische Designs mit dem Charme eines antiken Teppichs.

Muster

Die üppigen Blumenmotive dieses Farahans sind elegant und abwechslungsreich gestaltet. Die anmutigen vegetativen Symbole, die Blüten, Blätter und Äste darstellen, sind kunstvoll ineinander verschlungen.

Die verzierte Umrandung (Bordüre) bildet einen herrlichen Kontrast zum Zentrum und gestaltet den Übergang am Rand des Teppichs.

Das wiederkehrende Muster (sogenanntes Rapportmuster) schmeichelt der Gestaltung des Raumes und nimmt den Möbeln, der Dekoration und den architektonischen Element nicht die Aufmerksamkeit. Es schafft eine angenehme Atmosphäre ohne den Stil des Raumes zu dominieren. In diesem Farahan finden die sich wiederholenden Elemente im Zentrum des Feldes mit dem symetrischen Medaillon ihre Mitte.

Die Oberfläche dieses Farahans wirkt meliert. Die Farbtonänderungen und Hell-Dunkel-Schattierungen des Florgarns verlaufen quer zur Längsrichtung des Teppichs, lassen die Farben schimmern und machen den Teppich unempfindlich gegenüber Verschmutzungen. Der Teppich wirkt wegen diesen sogenannten Farbsprünge Abrasch lebendiger. Die Melierung entsteht, weil die Wolle dieses Farahan handgesponnenen wurde. Beim Einfärben werden die natürlichen Farbstoffe unterschiedlich aufgenommen.

Der Hintergrund dieses Farahans ist Beige. Der Rand ist in den Farben Beige, Hellbraun und Rostrot gestaltet. In dem hellbraunen Zentrum sind die Farben Rostrot und Hellgrau kombiniert.

Material

Die Technik mit der die Materialen für den Flor dieses Farahans hergestellt wurden ist über 200 Jahre alt. Die Wolle wurde mit Naturfarben gefärbt und von Hand versponnenen. Das Färben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das Färben mit chemischen Farben. Für ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. Für ein kräftiges, nicht zu blasses Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes Färberwau. Auch das Spinnen der Wolle ist zeit- und arbeitsintensiv. Zudem beherschen immer weniger Menschen das Spinnen der Wolle mit der Hand.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das Färben mit Naturfarben behält die hochwertige Wolle ihren natürlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefärbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster. Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten Unregelmäßigkeiten und natürlichen Farbtönen entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in Räumen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind. Die Schuss- und Kettfäden dieses Farahans bestehen aus Baumwolle. Das vielseitige Material ist reißfest und dehnbar und daher besonders geeignet für ein strapazierfähiges Untergewebe.

The colors of this carpet change depending on which side it is viewed from. It depends on whether the light falls on the line or against the line of the pile. We have therefore taken pictures of this rug from different perspectives.
Kinder gehören in die Schule und nicht an den Knüpf- oder Webstuhl. Für uns ist es daher eine Selbstverständlichkeit, nur Teppiche, die unter fairen Bedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden, anzubieten. Wir legen besonderen Wert auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und tolerieren keine Kinderarbeit bei unseren Produzenten.

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