Alter Ghasghai
224 cm x 144 cm
Nr. 8339

€999

Geometrischer alter Ghasghai, dunkelrot mit Bordüre und Lebensbaum

Herkunft
Persien
Maße 224 cm x 144 cm (= 3.23 qm)
Herstellung handgeknüpft
Material Flor: Wolle (handgesponnen, Naturfarben)
Schuss & Kette: Wolle
Knoten/m2 160.000
Florhöhe 10.0
Herstellungsjahr 1940
Farbe Dunkelrot, Beige
Auflage Einzelstück

Herkunft

Die Ghashghai sind das bedeutende persische Nomadenvolk und siedelt seit Jahrhunderten im Süden des Irans, in der Provinz Fars. Es besteht aus insgesamt sieben Stämmen. Der – jedenfalls für die Teppichproduktion bedeutenste Stamm der Ghaschghai sind die Kashghuli (auch Kaschguli, Kashguli, Qashguli). Alte und antike Teppiche der Ghashghai sind heute begehrte Sammlerobjekte. Die Ghasghai Teppiche sind als König unter den persischen Nomadenteppichen bekannt.

Ein Großteil der Ghashgai Teppiche ziert das sogenannte geometrische Heibathlou-Muster, ein rautenförmiges Mittelfeld mit einem eher schlichten Medaillon, das sich in den Ecken wiederholt. Das Innenfeld ist mit ungewöhnlich vielen Ornamenten gefüllt. Die Motive reichen von Sterne, Löwen, Kamele über Bäume, Blüten bis hin zu Boteh oder Paisley Symbolen. Die Motive werden teilweise stilisiert, teilweise naturgetreu wiedergegeben. Die sich häufig wiederholenden Motive gleichen sich nie vollständig. Sie unterscheiden sich erheblich in der Farbgestaltung. Selten ist die Anordnung der Symbole symmetrisch. Die Längssymmetrie wird häufig missachtet. Auch die einzelnen Elemente in den Bordüren wechseln sich in unterschiedlichen Farben ab. Typisch sind kleine Kästchenreihen an den Abschlüssen der Teppiche. Die Varianz im Muster kommt daher, dass es bei den Ghashgai keine Knüpfvorlagen gab und alle Teppiche aus dem Gedächtnis geknüpft und mit interessanten Motiven angefüllt wurden.

Inzwischen sind die meisten Ghashghai sesshaft. Nur weil sie nun überwiegend sesshaft geworden sind, können die Ghashghai auch großformatige Teppiche herstellen. Die wenigen noch als Nomaden lebenden Sippen ziehen zweimal im Jahr hinauf zu den Sommerweiden im Zagrosgebirge. Im Herbst kehren sie zurück ins in die milderen Winterquartiere im Tal. Die Ghashghai haben den Ruf besonders stolz, fleißig und ehrenhaft zu sein. Auch wenn die Ghashghai heute weniger wild und kriegerisch auftreten, haben sie dennoch einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die iranische Innenpolitik. Dieser alte Ghasghai ist rund 80 Jahre alt und ein echtes Liebhaberstück.

Muster

Diesen Ghasghai ziert ein beeindruckender Lebensbaum. Das Lebensbaum Motiv (auf English „Tree of Life“) ist seit Jahrhunderten ein beliebtes Motiv für orientalische Teppiche, Töpferwaren und andere Dekorationsgegenstände. Da das Symbol in vielen verschiedenen Kulturen auf der ganzen Welt vorkommt, ist seine genaue Herkunft unklar. Nach der wohl herrschenden Meinung stammt es aus dem alten Mesopotamien. Die Merkmale des Baumes haben sich im Laufe der Jahrhunderte verändert. Die Bedeutung, die dem Lebensbaums zugemessen wird, ist heute in den verschiedenen Kulturen und Religionen der Welt immer ein bisschen unterschiedlich. Fast über all aber werdem dem Lebensbaum heilige Eigentschaften zugeschrieben.

In der Welt des Yoga ist es eines ihrer herausragenden spirituellen Symbole, das uns auf dem Boden verwurzelt und uns mit dem Himmel verbindet. Der Lebensbaum verbindet alle Formen des Lebens mit Mutter Erde und dem Universum.

Der Hintergrund dieses Ghasghais ist Dunkelrot. Der Rand ist in den Farben Hellbraun und Dunkelbraun gestaltet.

Zustand

Ihr seid nicht die ersten, die Gefallen an diesem Ghasghai finden. Er hatte bereits Besitzer vor Euch, die ihn geschätzt und benutzt haben. Besonders auffällig und schön ist die Unperfektheit dieses Stückes- es ist auffällig krumm und schief, von Hand handgeknüpft worden, was sich aber keines Falls auf die Qualität niederschlägt. Er wurde ca. 1940 handgeknüpft. Wir haben ihn gründlich gereinigt und liebevoll restauriert. Er ist daher – trotz seines Alters – in einem sehr guten Zustand.

Material

Die Technik mit der die Materialen für den Flor dieses Ghasghais hergestellt wurden ist über 200 Jahre alt. Die Wolle wurde mit Naturfarben gefärbt und von Hand versponnenen. Das Färben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das Färben mit chemischen Farben. Für ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. Für ein kräftiges, nicht zu blasses Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes Färberwau. Auch das Spinnen der Wolle ist zeit- und arbeitsintensiv. Zudem beherschen immer weniger Menschen das Spinnen der Wolle mit der Hand.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das Färben mit Naturfarben behält die hochwertige Wolle ihren natürlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefärbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster. Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten Unregelmäßigkeiten und natürlichen Farbtönen entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in Räumen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind. Der Untergrund (Schuss- und Kettfäden) dieses Ghasghais besteht aus Schurwolle.

Die Farben dieses Teppichs ändern sich je nachdem von welcher Seite er betrachtet wird. Das hängt davon ab, ob das Licht mit dem Strich oder gegen den Strich des Flors einfällt. Wir haben den Teppich daher aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.

Kinder gehören in die Schule und nicht an den Knüpf- oder Webstuhl. Für uns ist es daher eine Selbstverständlichkeit, nur Teppiche, die unter fairen Bedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden, anzubieten. 

Wir legen besonderen Wert auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und tolerieren keine Kinderarbeit bei unseren Produzenten. Deswegen engagieren wir uns bei der Initiative Care & Fair gegen Kinderarbeit im Teppichhandel.

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