Antiker Tekke
118 cm x 72 cm
Nr. 16837

€1,190

Geometrischer antiker Tekke, dunkelrot mit Bordüre und Rauten

Herkunft
Kaukasus
Maße 118 cm x 72 cm (= 0.85 qm)
Herstellung handgeknüpft
Material Flor: Wolle (handgesponnen, Naturfarben)
Schuss & Kette: Wolle
Knoten/m2 360.000
Florhöhe 8mm
Herstellungsjahr 1910
Farbe Dunkelrot, Dunkelblau
Auflage Einzelstück

Herkunft

Die Tekke sind der Hauptstamm der Turkmenen. Sie siedeln in der Republik Turkmenistan und in Afghanistan. Früher lebten die Tekke nomadisch und waren sehr dem Raub zugetan. Heute sind die meisten von ihnen sesshaft und siedeln als friedliche Bauern. Nach der Auflösung des Sowjetreiches sind einige jedoch wieder zum Nomadentum zurückgekehrt. Die Tekke bewohnen mehrheitlich die jetzt selbstständige Republik Turkmenistan, wo sie in den Städten Aschghabad und Mari und deren Umgebung Teppiche knüpfen.

Während der kommunistischen Revolution wanderten zahlreiche Tekke-Sippen in die angrenzenden Staaten Afghanistan und Iran ab. Weitere siedeln in Usbekistan und Tadjikistan. Die Teppiche der Tekke gehören zu den berühmten turkmenischen Teppichen, deren Muster auch in Pakistan nachgeknüpft werden. Tekke Teppiche werden auch als Buchara Teppiche gehandelt. Buchara (teilweise auch Bochara) ist eine Oasenstadt in Usbekistan, die an der ehemaligen Seidenstraße liegt. Obwohl in Buchara selbst keine Teppiche geknüpft wurden, ist die Stadt Namensgeber für viele Orientteppiche, weil diese traditionell aus Buchara in den Westen exportiert wurden. Geknüpft aber wurden diese Teppiche von Turkmenenstämmen, wie den Yomoudh oder Tekke. Dieser antike Tekke ist ein Sammlerstück. Er ist rund 110 Jahre alt und schon deswegen ein wirklich besonderes Stück. Antike Teppiche, wie dieser Tekke, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und werden zu Höchstpreisen von renommierten Auktionshäusern versteigert. Dieses Stück ist ein echter Kelim-Teppich, da es geknüpft und gewebt zugleich ist.

Muster

Der Rand des Teppichs wird von einer Umrandung (Bordüre) geziert. Die Bordüre bildet einen hervorragenden Kontrast zum Zentrum.

Die abstrakte, geometrische Komposition macht die schlichte Eleganz dieses Tekkes aus. Das Muster schmeichelt der Gestaltung des Raumes und nimmt den Möbeln, der Dekoration und den architektonischen Element nicht die Aufmerksamkeit. Es schafft eine angenehme Atmosphäre ohne den Stil des Raumes zu dominieren.

Im Muster dieses Tekkes stechen insbesondere die Rauten hervor. Rauten sind ein auf einer Spitze stehender Rhombus, dessen vier gleiche Seiten im Orientteppich gezackt, abgesteppt oder mit Haken besetzt sein können. Die Raute gehört zu den ältesten Grundformen im Orientteppich. Sie hat in der islamischen Welt eine symbolischen Bedeutung: Sie versinnbildlich die Unsterblichkeit der Seele. Daher ist sie sehr häufig als Füllmotiv anzutreffen.

Die wiederholenden Elemente im Mittelfeld dieses Tekke Tepppichs haben kein spezifisches Zentrum (sogenanntes Rapportmuster). Das wiederkehrende Muster wirkt beruhigend aber nicht langweilig. Teppiche mit Rapportmuster werden auch als durchgemustert bezeichnet.

Der Hintergrund dieses Tekkes ist Dunkelrot. Der Rand ist in den Farben Dunkelrot, Dunkelblau und Graubeige gestaltet.

Zustand

Ihr seid nicht die ersten, die Gefallen an diesem Tekke finden. Er hatte bereits Besitzer vor Euch, die ihn geschätzt und benutzt haben. Er wurde ca. 1910 handgeknüpft. Er wurde gründlich gereinigt und ist in einem guten aber unrestaurierten Zustand. Unrestauriert ist dieses antike Stück trotzdem in hervorragendem Zustand. Wir haben diesen Tekke nicht restauriert, weil wir finden, dass er so wie er ist einen besonderen Charme hat. Wenn ihr das wollt, restaurieren wir den Teppich natürlich gerne für Euch. So oder so wird dieser Tekke Euch noch für Jahrzehnte Freude bereiten.

Material

Die Technik mit der die Materialen für den Flor dieses Tekkes hergestellt wurden ist über 200 Jahre alt. Die Wolle wurde mit Naturfarben gefärbt und von Hand versponnenen. Das Färben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das Färben mit chemischen Farben. Für ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. Für ein kräftiges, nicht zu blasses Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes Färberwau. Auch das Spinnen der Wolle ist zeit- und arbeitsintensiv. Zudem beherschen immer weniger Menschen das Spinnen der Wolle mit der Hand.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das Färben mit Naturfarben behält die hochwertige Wolle ihren natürlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefärbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster. Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten Unregelmäßigkeiten und natürlichen Farbtönen entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in Räumen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind. Der Untergrund (Schuss- und Kettfäden) dieses Tekkes besteht aus Schurwolle.

Die Farben dieses Teppichs ändern sich je nachdem von welcher Seite er betrachtet wird. Das hängt davon ab, ob das Licht mit dem Strich oder gegen den Strich des Flors einfällt. Wir haben den Teppich daher aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.

Kinder gehören in die Schule und nicht an den Knüpf- oder Webstuhl. Für uns ist es daher eine Selbstverständlichkeit, nur Teppiche, die unter fairen Bedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden, anzubieten. 

Wir legen besonderen Wert auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und tolerieren keine Kinderarbeit bei unseren Produzenten. Deswegen engagieren wir uns bei der Initiative Care & Fair gegen Kinderarbeit im Teppichhandel.

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