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Alter Afghan | 101 cm x 87 cm | Nr. Z-2900

ă‚»ăƒŒăƒ«äŸĄæ Œ139,00 €
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Melierter alter Afghan, dunkelrot mit BordĂŒre

Herkunft

Afghanistan
Maße 101 cm x 87 cm (= 0,8787 qm)
Herstellung handgeknĂŒpft
Material Flor: Wolle (handgesponnen, Naturfarben)

Schuss: Wolle
Kette: Baumwolle
Knoten/m2 60.000
Florhöhe 5mm
Herstellungsjahr 1940
Farbe Dunkelrot
Auflage EinzelstĂŒck

 

Herkunft

In Afghanistan hergestellte Teppiche – sogenannte Afghan Teppiche oder Afghanen – sind unverkennbar. Im kulturellen Schmelztiegel Afghanistans trafen sich Weber aus Belutsch, Turkmenen, Kasachen und Usbeken, die EinflĂŒsse aus ihren HerkunftslĂ€ndern mitgebracht haben. WĂ€hrend des 19. Jahrhunderts siedelten turkomanische StĂ€mme Dörfer in Afghanistan an, was zum Einfluss turkomanischer Webstile in der Region fĂŒhrte. Die Designs der unterschiedlichen Stammesgruppen, darunter Esari, Salor, Tekke und Yomut, sind vielfĂ€ltig. Die Verwendung von komplizierten Elefantenfußmustern (sogenannten Guls), lebhaften Rottönen, Zierleisten und dekorativen EndstĂŒcken sorgt jedoch fĂŒr stilistische KontinuitĂ€t.

Stammesweber verwendeten natĂŒrliche Farbstoffe, um eine enorme Vielfalt an Rottönen zu erzeugen, die von tiefem Auberginenbraun bis zu warmem verbranntem Orange reichen. Diese leuchtenden Farben werden traditionell mit klaren Blau- und Elfenbeinakzenten kombiniert. WĂ€hrend die StĂ€mme Afghanistans hĂ€ufig Guls und gezackte Sterne verwenden, sind die dekorativen BordĂŒren und EndstĂŒcke die Bereiche, in denen Weber traditionell ein wenig von sich selbst und ihrer Kultur in das Design einfließen lassen. Dies gilt auch fĂŒr die dekorativen Teppiche aus Buchara, bei denen durchgemusterte Gul-Motive weit verbreitet sind.

Das Gul-Muster ist ein vielseitiges Motiv, das als Medaillon oder fĂŒr Wiederholungsmuster verwendet wird. Sie können gegen ein monochromatisches Feld gestellt oder zu einem eindrucksvollen Fliesenmuster verbunden werden. Die satten Farben und das kĂŒhne Design antiker afghanischer Teppiche machen sie zu spektakulĂ€ren Statement-Pieces, die eine Vielzahl von Einrichtungsstilen perfekt ergĂ€nzen können.

Aufgrund der politischen Lage in Afghanistan werden heute nur noch wenige Afghan Teppiche produziert. Dieser alte Afghan ist rund 80 Jahre alt und ein echtes LiebhaberstĂŒck.

 

Muster

Die verzierte Umrandung (BordĂŒre) bildet einen hervorragenden Kontrast zum Zentrum und gestaltet den Übergang am Rand des Teppichs.

Diesen Afghan ziert das sogenannte Mehrab oder Mihrab Motiv. Mehrab bezeichnet die islamische Gebetsnische in Moscheen, die die Gebetsrichtung qibla also die Richtung Mekkas anzeigt. Traditionell werden Teppiche mit dem Mehrab Motiv von Muslimen zum Beten verwendet und sind daher besonders kostbar.

Die OberflĂ€che dieses Afghans wirkt meliert. Die FarbtonĂ€nderungen und Hell-Dunkel-Schattierungen des Florgarns lassen die Farben schimmern und machen den Teppich unempfindlich gegenĂŒber Verschmutzungen. Der Teppich wirkt wegen diesen sogenannten FarbsprĂŒnge Abrasch lebendiger. Die Melierung entsteht, weil die Wolle dieses Afghan handgesponnenen wurde. Beim EinfĂ€rben werden die natĂŒrlichen Farbstoffe unterschiedlich aufgenommen.

Der Hintergrund dieses Afghans ist Dunkelrot. Der Rand ist in den Farben Dunkelrot und CremĂ©weiß gestaltet.

 

Zustand

Ihr seid nicht die ersten, die Gefallen an diesem Afghan finden. Er hatte bereits Besitzer vor Euch, die ihn geschĂ€tzt und benutzt haben. Er wurde ca. 1940 handgeknĂŒpft. Wir haben ihn grĂŒndlich gereinigt und liebevoll restauriert. Er ist daher – trotz seines Alters – in einem sehr guten Zustand.

 

Material

Die Technik mit der die Materialen fĂŒr den Flor dieses Afghans hergestellt wurden ist ĂŒber 200 Jahre alt. Die Wolle wurde mit Naturfarben gefĂ€rbt und von Hand versponnenen. Das FĂ€rben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das FĂ€rben mit chemischen Farben. FĂŒr ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. FĂŒr ein krĂ€ftiges, nicht zu blasses Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes FĂ€rberwau. Auch das Spinnen der Wolle ist zeit- und arbeitsintensiv. Zudem beherrschen immer weniger Menschen das Spinnen der Wolle mit der Hand.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das FĂ€rben mit Naturfarben behĂ€lt die hochwertige Wolle ihren natĂŒrlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefĂ€rbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster. Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten UnregelmĂ€ĂŸigkeiten und natĂŒrlichen Farbtönen entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in RĂ€umen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind. Die SchussfĂ€den dieses Afghans bestehen aus Wolle. FĂŒr die KettfĂ€den wurde Baumwolle verwendet.

 

 

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