Teppiche sind langlebige Begleiter und bereiten viele Jahre lang Freude, wenn sie zu einem passen.

Aber welcher Teppich passt zu mir?

Für manche Leute ist einen Teppich nur ein Einrichtungsgegenstand. Der Teppich ist dann ein Teil eines größeren Puzzles, in das er sich einfügen muss. Er muss zum Raum und den übrigen Möbeln, dem Sofa, dem Tisch oder den Vorhängen passen.

Andere haben eine regelrechte Leidenschaft für Teppiche, sind Teppichliebhaber und -sammler. Sie haben häufig ein enormes Wissen über die Geschichten und Typologie ihrer Teppiche. Einige Sammler haben aber auch ein rein visuelles Interesse an der Ästhetik und der individuelle Persönlichkeit handgefertigter Teppiche. Für Teppichliebhaber ist der Teppich wie ein Gemälde auf dem sich die Aufmerksamkeit konzentriert. Der Teppich sollte zur übrigen Dekoration und Raumausstattung passen, ist dieser jedoch nicht zwangsläufig untergeordnet. 

Wenn du Dich zum ersten Mal mit handgeknüpften Teppichen auseinandersetzt,  wirst du von der Fülle der Möglichkeiten und Unterschiede überwältigt sein. Auf der Suche nach dem richtigen Teppich stehen deine persönlichen Bedürfnisse und dein individueller Geschmack im Vordergrund.

Stehst du auf schlichte, minimalistische Designs oder auf hypnotisierende, verschlungene Muster? Magst du eher gedeckte, zurückhaltende Farben oder kann es für Dich gar nicht bunt genug sein?

Vor dem Kauf eines Teppichs stellen sich viele Fragen. Praktische Erwägungen spielen natürlich auch immer ein Rolle. Wir haben hier versucht die wichtigsten für Euch zu beantworten. Die wichtigsten objektiven Kriterien sind in unseren Augen:

  • Budget
  • Größe
  • Material
  • Herstellungsart

Welche Größe ist die richtige für meinen Raum?

Teppiche müssen proportional zum Rest des Raumes und groß genug sein um den individuellen Zweck zu erfüllen. Ob Wohnzimmer, Esszimmer, Schlafzimmer oder Arbeitszimmer –  jeder Raum erfüllt einen spezifischen Zweck und daran muss die Größe des Teppichs angepasst sein. Nichts ist schlimmer als kippelnde Esszimmerstühle oder ein Wohnzimmerteppich auf dem der Hund beim Tatortgucken keinen Platz findet. 

Miss Deinen Raum, aber denk dran: Es sieht in der Regel besser aus, wenn der Teppich nicht den ganzen Boden bedeckt. Vielmehr sollte der Bodenbelag eine Art Passepartout für den Teppich bilden. 

Berücksichtige die Möbel, die in Deinem Raum stehen. Gibt es einen Tisch der auf dem Teppich stehen soll?

Unser Tipp: Lege mit Zeitungen die Fläche aus, die der Teppich bedecken soll. So kannst du ausprobieren, welche Größe in deinem Raum am besten wirkt.

Bedenke aber: Je näher du Dich an Standard-Maßen orientierst, desto größer ist deine Auswahl.

Standard-Maße bei Teppichen sind:

  • 1,50 m x 1,00 m
  • 1,80 m x 1,20 m
  • 2,00 m x 1,50 m
  • 2,40 m x 1,70 m
  • 2,50 m x 2,00 m
  • 3,00 m x 2,00 m
  • 3,00 m x 2,50 m
  • 3,50 m x 2,50 m
  • 4,00 m x 3,00 m
  • 5,00 m x 3,00 m

Diese Standard-Maße haben wir auch in unserem Produktfilter voreingestellt, damit du schnell einen passenden Traumteppich findest. 

Welche Materialien sind die richtigen für meine Zwecke?

Nicht nur der Preis hängt ganz wesentlich vom Material des Teppichs ab. Ob der Teppich zu deinem individuellen Lebensstil und der Umgebung, in der er genutzt wird, passt, wird vom Material des Teppichs bestimmt. Brauchst du einen Teppich der weich und pflegeleicht ist? Suchst du nach einem organischen  Look and Feel für deinen Wohnraum?       

Wolle aufgehängt

Natur

Natürliche Materialen geben dem Teppich ein einzigartiges, organisches Aussehen und eine luftdurchlässige Textur. Die Auswahl an natürlichen Materialen ist groß und reicht von leichter und widerstandsfähiger Baumwolle, schmeichelnder Seide, wärmende und pflegeleichte Schurwolle bis zu harten und robusten Materialien wie Sisal, Hanf oder Jute.

Baumwollteppich sind weich und pflegeleicht. Flusen bilden sich nur sehr selten bei Baumwollteppichen. Wolltepiche sind durch ihren natürlichen Fettgehalt – wenn sie nicht gebleicht und mit Naturfarben gefärbt wurden – pflegeleicht und widerstandsfähig. Das Fett imprägniert die Wolle. Flüssigkeiten und anderer Schmutz kann nicht in die Fasern einziehen und mit einem feuchten Schwamm oder Tuch aufgenommen werden. Bei guter Qualität bilden sich kaum bis keine Flusen. Seidenteppiche sind dünn, sehr weich und dennoch verhältnismäßig strapazierfähig.

Baumwolle

Die Baumwollpflanze wird in den meisten Ländern, die Teppiche produzieren, angebaut und ist daher für die Teppichherstellung sehr beliebt. Das vielseitige Material ist reißfest und dehnbar und daher besonders geeignet für ein strapazierfähiges Untergewebe.

Ein Foto von Baumwollgarnen.

Baumwolle besteht aus glänzenden Fasern, die mit Zellsaft gefüllt sind. Wenn der Zellsaft nach der Ernte trocknet, krümmt sich die Oberfläche der Faser und verliert durch die entstehende Lichtbrechung ihren Glanz. Mitte des 19. Jahrhunderts erfand John Mercer das nach ihm benannte Verfahren der Mercerisation (auf Deutsch auch Merzerisation). Im Verlauf der Merzerisation erhält die Baumwolle unter Zugspannung in kalter konzentrierter Natronlauge eine neue, hochwertigere Faserstruktur.

Merzerisierte Baumwolle hat verkürzte Fasern mit einem runden Querschnitt. Das veredelte Gewebe läuft nicht mehr ein und ist sehr formbeständig. Durch die veränderte Lichtbrechung bekommt die Faser einen seidigen Glanz. Merzerisierte Baumwolle nimmt außerdem Farbe leichter auf und ist wesentlich reißfester als die ursprüngliche Baumwolle. Da Merzerisation aufwendig und kostspielig ist, werden ausschließlich hochwertige Baumwollfasern durch die Merzerisation veredelt. Wegen des seidigen Glanzes des Garns wird die merzerisierte Baumwolle – ebenso wie Viskose – häufig als "Kunstseide" bezeichnet. Die umgangssprachliche Bezeichnung "Kunstseide" ist jedoch nach dem Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) nicht zulässig.

Schurwolle

Schurwolle wird durch das schonende Scheren von Schafen gewonnen. Schurwolle ist ein nachwachsender, natürlicher Rohstoff mit einer Reihe beeindruckender Eigenschaften: Durch den natürlichen Fettgehalt der Wolle stößt die Oberfläche Wassertropfen ab und ist so auf natürliche Weise gegen Schmutz imprägniert. Wolle bietet außerdem eine hervorragende Wärmeisolation, wirkt regulierend auf das Wohnklima und dämpft den Schall.

Ein Foto von verschiedenen Wollarten in verschiedenen Farben.

Korkwolle

Kork- oder auch Kurkwolle bedeutet auf Persisch soviel wie Flaum und wurde zum Synonym für feinfädige Florgarne aus Wolle. Dennoch ist es ein umstrittener Begriff. Die ethymologische Herkunft dieses Wortes ist ungewiss. Eine Erklärung bringt es in Verbindung zur irischen Stadt Cork. Über diesen Hafen sollen Ende des 19. Jahrhunderts besonders feinfädige Schafwollgarne in den Orient verschifft worden sein. Diese Annahme wird auch gestützt durch die, bei alten Orientteppichen der Gruppe der sogenannten Amerikanischen Saroughs, anzutreffende Bezeichnung „Manchesterwolle“, die ebenfalls von den Britischen Inseln nach Persien importiert wurde.

Es handelt sich bei Korkwolle jedenfalls immer um besonders feinfädige, sich fast samten anfühlende Knüpfgarne. Die Korkwolle wird typischerweise am Nacken, dem Bauch und den Unterarmen der Schafe entnommen und ist daher besonders hochwertig.

Hanf

Das Material für den Flor dieses Teppichs wurde aus dem Bast, also dem Gewebe unter der Rinde, der Hanfpflanze gewonnen. Das Hanfmacht diesen Teppich besonders robust und widerstandsfähig. Hanffasern fühlen sich rau an und sind bis zu dreimal strapazierfähiger als Baumwolle. Im Vergleich zur Baumwolle ist die Hanfpflanze jedoch umweltverträglicher in der Aufzucht und gewinnt zunehmend an Beliebtheit. Die Pflanze benötigt keine Pestizide und gilt deswegen als sehr umweltverträglich. Wegen der Naturverträglichkeit und den robusten Eigenschaften erfreuen sich Teppiche aus Hanf für stark beanspruchte Wohnbereiche zunehmender Beliebtheit.

Reine Seide

Seide wird in Handarbeit aus den Kokons des Seidenspinners gewonnen. Da die einzelnen Seidenfäden äußerst lang sind, lassen sich sehr dünne Garne herstellen, die bei geringem Gewicht trotzdem reißfest sind. Mit dem dünnen Garn lassen sich kleinere Teppichknoten knüpfen und damit feinere Muster erzeugen. Daher werden die feinsten Teppiche der Welt aus reiner Seide handgeknüpft.

Ein Foto von verschiedenen Seidengarnen in verschiedenen Farben.

Ziegenwolle

Die eher grobfaserige Ziegenwolle ist sehr fetthaltig und dadurch gegenüber Verschmutzungen unempfindlich und strapazierfähig. Im Gegensatz zum Schaf hat das Haarkleid der Ziegen – abgesehen von der Kaschmirziege – für die Wollnutzung nur wenige züchterische Veränderungen erfahren.

Synthetisch

Acryl

Synthetische Materialen imitieren häufig Naturmaterialen. Die Herstellung ist günstiger, die Materialien in der Regel aber auch deutlich schmutzempfindlicher. Insbesondere auf Fasern auf Acryl-Basis sollte im Wohnraum verzichtet werden. Die synthetischen Farbstoffe und Weichmacher dunsten aus und die gesundheitlichen Folgen, beispielsweise für Kinder, die auf dem Teppich spielen, sind nicht vorhersehbar.

Viskose

Von den Fasern auf Acryl-Basis sind solche aus Viskose zu unterscheiden. Viskose ist ein Naturprodukt. Einige unserer Teppiche bestehen aus einer strapazierfähigen Mischung aus Wolle und Viskose. Viskose (auch Viscose, Acetatseide oder Reyon) wird grundsätzlich aus dem Naturprodukt Zellulose gewonnen, also aus dem Rohstoff Holz. In Indien wird die Zellulosemasse aus Bambus gewonnen. In einem aufwändigen Verfahren wird die breiige Zellulose zu einem durchgehenden Textilgarn gezogen. Deswegen wird Viskose auch als Filamentendlosgarn bezeichnet. Wegen des seidigen Glanzes des Garns wird die aus Bambus gewonnene Viskose auch "Bamboo Silk" (Bambus Seide) genannt. Die umgangssprachlich gebräuchlichen Bezeichnung "Kunstseide" ist nach dem Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) nicht zulässig.

PET

In einem innovativen Verfahren können Garne für Teppiche aus PET-Flaschen hergestellt werden. Die Flaschen oder Verpackungen werden geschreddert und die Schnipsel dann zu einem Garn eingeschmolzen.

Die aus recycelten PET-Flaschen hergestellten Teppiche habe einige Eigenschaften, die Baumwoll- und Wollteppiche nicht haben: sie sind sehr haltbar, feuchtigkeitsunempfindlich und können sogar draußen verwendet werden.

Die Haptik dieses Teppichs ist erstaunlich weich und erinnert an die eines Kelims aus Wolle. Ein Unterschied zu anderen gewebten Teppichen aus Wolle oder Baumwolle ist kaum zu spüren. 

Wie wird die Wolle gefärbt?

Sollte ich mich lieber für einen mit Naturfarben gefärbten oder einen mit synthetischen Farben gefärbten Teppich entscheiden?

Synthetische Farben

Werden synthetische Farben zum Färben der Wolle eingesetzt, sorgt dies für eine gleichmäßigere Färbung des Garnes und damit für weniger Farbsprünge (sogenannte Abrasch) im Flor.

Naturfarben 

Das Färben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das Färben mit chemischen Farben. Für ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. Für ein kräftiges Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes Färberwau. Weitere pflanzliche Stoffe, die zum Färben der Wolle eingesetzt werden sind etwa Kurkurma, Walnuss, Granatapfel und natürliche Mineralien.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das Färben mit Naturfarben behält die hochwertige Wolle ihren natürlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefärbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster.

Das Revival für traditionelle, handgemachte Teppiche wurde vor einigen Jahrzehnten unter anderem von dem deutschen Harald Böhmer, in der Türkei eingeleitet. Harald Böhmer (1931–2017) war ein Lehrer, der am Deutschen Gymnasium in Istanbul Naturwissenschaften unterrichtete. Er gründetet die DOBAG-Initiative 1981. In diesem Zusammenhang wurde unter Anderem die Jahrhunderte alte Technik für die Färbung von Wolle mit Naturmaterialien wiederentdeckt.

Wie wird die Wolle gesponnen?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen handgesponnener und maschinengesponnener Wolle?

Handgesponnene Wolle

Von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende MusterHandgesponnene Wolle ist immer etwas unregelmäßig. Beim Einfärben werden die natürlichen Farbstoffe unterschiedlich aufgenommen. Der Teppich wirkt lebendiger, es kommt zu sogenannten Farbsprüngen (Abrasch), also Hell-Dunkel-Farbschattierungen. Die Farbtonänderungen des Florgarns verlaufen dabei immer immer quer zur Längsrichtung des Teppichs und machen den Teppich unempfindlich gegenüber Verschmutzungen.

Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten Unregelmäßigkeiten entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in Räumen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind.

Bei handgesponnener Wolle kann es vor kommen, dass sich einzelne Fäden nach einigen Jahren entspannen und länger werden. Diese ragen dann aus der ebenen Oberfläche des Teppichs herausragen. Das ist absolut normal und kein Defekt des Teppichs. Die Fäden können einfach mit einer Schere auf die länger der übrigen Fasern gebracht werden.

Maschinengesponnen Wolle

Das spinnen der Wolle mit Maschinen ist günstiger. Die Qualität leidet darunter aber prinzipiell nicht. Das Ergebnis ist häufig etwas regelmäßiger und ebener als bei handgesponnener Wolle.

Wie wurde mein Teppich hergestellt? 

Vielleicht fragt Ihr Euch, welche Herstellungsart und Technik die richtige für Euch ist?

Handgefertigte Teppiche sind eine tolle Ergänzung für dein Zuhause. Die subtilen Unregelmäßigkeiten und Variationen in der Verarbeitung und Größe spiegeln die Handarbeit und Kunstfertigkeit des Herstellers wider. 

Die Herstellung handgeknüpfter Teppiche ist am arbeitsintensivsten. Für die Herstellung benötigen die KnüpferInnen häufig Monate oder sogar Jahre. Handgeknüpfte Teppiche sind grundsätzlich die hochwertigsten Teppiche auf dem Markt. Je höher die Knotenzahl des Teppichs ist, desto feiner ist er und desto klarer ist das Muster.

Handgewebte Teppiche werden hergestellt, indem lange Materialfäden verwoben werden. Teppiche, die von Hand gewebt werden, werden auf traditionellen Webstühlen hergestellt und sind in der Regel flachgewebt und können – wenn Sie nicht von einer Seite zusätzlich bestickt wurden – von beiden Seiten benutzt werden. Die Herstellung eines handgewebten Teppichs sichert den Dorfbewohnern in der Region eine stabile Einnahmequelle. Die Webmaschinen befinden sich in der Regel im Haus des Webers und werden komplett von Hand ohne Strom betrieben.

Handgetuftete Teppiche sind auf der Unterlage mit einem Muster versehen. Mit einer Tuftpistole werden Faserstränge durch die Unterlage geschossen, um einen Flor zu bilden. Wenn der Hersteller einen Stich falsch platziert, ist der gesamte Teppich ruiniert – das Tuften ist also eine durchaus anspruchsvolle Arbeit.

Welche verschiedenen Arten von Knoten gibt es bei handgeknüpften Teppichen?

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Knoten, die für die Herstellung der meisten Orientteppiche verwendet werden. Das sind auf der einen Seite der Persische Knoten, der auch Senneh Knoten genannt wird und auf der anderen Seite der Türkische Knoten, der auch als Ghiordes Knoten bezeichnet wird.

Sowohl persische als auch türkische Knoten werden normalerweise um Paare von Kettfäden gebunden.

Der persische Knoten ist asymmetrisch und können nach rechts oder links offen sein. Die vier persischen Knoten in folgendem Bild sind beispielsweise rechts offen.

Eine Zeichnung des persischen Senneh-Knotens.

Türkische oder Ghiordes-Knoten sind dagegen symmetrisch. Das folgende Beispiel zeigt vier türkische Knoten.

Eine Zeichnung eines türkischen Ghiordes-Knoten.

Daneben gibt es noch sogenannte Jufti oder falsche Knoten. Diese gibt es ebenfalls in persischer oder türkischer Art. Jufti-Knoten werden um vier Kettfäden statt – wie bei den normalen persischen bzw. türkischen Knoten –  um zwei Ketten gebunden. Ein mit Jufti-Knoten gefertigter Teppich benötigt nur rund die Hälfte des Materials und nur knapp die Hälfte der Zeit. Bei einigen Teppicharten – wie beispielsweise den Bucharas – werden einige Bereiche mit  Jufti-Knoten und andere mit regulären persischen Knoten geknüpft.

Persische Jufti-Knoten sehen so aus:

Eine Zeichnung eines persischen Jufti-Knotens.

Ein Beispiel für türkische Jufti-Knoten sind diese beiden Knoten hier:

Eine Zeichnung eines türkischen Jufti-Knotens.

Soll ich lieber einen gebrauchten oder einen neuen Teppich kaufen?

Viele Teppichliebhaber sind beim Teppichkauf auf neue, unbenutzte Teppiche festgelegt. Nach einer entsprechenden professionellen Reinigung kann ein gebrauchter Teppich jedoch eine sinnvolle und dekorative Alternative sein, denn handgeknüpfte Teppiche sind äußerst strapazierfähig und für die Ewigkeit gemacht. Gebraucht ist jedoch nicht gleich gebraucht.

Der Wert alter, gebrauchter Teppiche ist ein äußerst komplexes Thema. Es klingt wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht, aber tatsächlich wurde vor einigen Jahren ein Teppich, der von Fachleuten auf 900€ geschätzt wurde, für 7,2 Million Euro versteigert. Zwar ist mittlerweile grundsätzlich Ernüchterung über die Wertentwicklung von Teppichen eingekehrt und selbst in Zeiten unattraktiver Zinsen auf Festgeldkonten sind Teppiche keine beliebte Wertanlage mehr. Zugleich erfreuen sich jedoch besondere antike Teppiche nach wie vor großer Beliebtheit und werden zu Höchstpreisen von renommierten Auktionshäusern versteigert. Besonders gut erhaltene, mehr als 50 Jahre alte Sammlerstücke bieten wir in unserem Onlineshop unter der Kategorie "Antike Teppiche" an. 

Längst nicht jeder Teppich hat die entsprechende Geschichte, Besonderheiten und Provenienz um bei einer Auktion hohe Preise zu erzielen. Alte Orientteppiche aus den 60er, 70er und 80er Jahren wurden in Europa in großen Stückzahlen und zu hohen Preisen gehandelt. In den letzten Jahren ist das Interesse an bunten Farben und intensiven Mustern deutlich gesunken. Fast ausschließlich wurden dezente Farben und Muster, die eine moderne Inneneinrichtung oder den Landhausstil ergänzen nachgefragt. 

Seit einigen Jahren interpretieren europäische Designer die klassischen Muster und Farben neu und überführen den Charakter in die Ästhetik des 21. Jahrhunderts. Diese innovativen Designs werden sehr erfolgreich zu hohen Preisen verkauft. Sie steigern zugleich aber auch die Beliebtheit klassischer Teppichmuster im Allgemeinen. 

Liebhabern farbintensiver, floraler Muster bietet aktuell sich die Gelegenheit gebrauchte aber gut erhaltene Orientteppiche aus der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders zu günstigen Preisen zu erstehen. Auch mit gebrauchten Teppichen kann eine neue Tradition begründet werden; denn Teppiche überdauern Generationen. Gebrauchte Teppiche wirken – obwohl sie teilweise mehrmals den Besitzer gewechselt haben – nach einer Reinigung häufig wie neu und haben kaum Gebrauchsspuren. In unserem Onlineshop bieten wir diese Teppiche in unserer Persien Kollektion an. 

Eine eigene Kategorie stellen defekte Teppiche mit abgetretenen Stellen, Löchern oder etwa sich lösenden Fransen dar. Diese Teppiche sind ohne entsprechende Reparaturen nicht ganz so belastbar wie gut erhaltene Teppiche. Sie können aber durchaus noch einige Jahrzehnte benutzt werden. Liebhaber des Einrichtungsstil Shabby Chic greifen gerne auf diese Teppiche zurück. In unserem Onlineshop bieten wir diese Teppiche in unserer Vintage Kollektion an.  

Letztlich ist es selbstverständlich eine Geschmacks- und Stilfrage, ob man lieber mit einem gebrauchten oder einem neuen Teppich die eigenen Räume dekoriert. Kategorisch ausschließen sollte man gebrauchte Teppiche jedenfalls nicht.

Warum sind manche Teppiche restauriert und andere nicht?

Wir haben bewusst darauf verzichtet alle unsere Teppiche zu restaurieren. Wir glauben an den Charme alter Gebrauchsgegenständen und wollen die Geschichte der Teppiche nicht verbergen. Abgetretene Stellen, defekte Fransen erzählen für uns die Geschichte des Teppichs und sind Teil seiner Identität. Insbesondere in einer digitalisierten Welt hat die in Würde gealterte Handwerkskunst einen besonderen Zauber. 

Damit ihr Einschätzen könnte, in welchem Zustand der Teppich ist, für den ihr Euch interessiert, hier ein paar Erklärungen:

Gebraucht (gereinigt aber nicht restauriert):

Abgetretene und defekte Stellen. Für Liebhaber des Shabby Chic Looks. Häufig ein willkommener Kontrast für eine allzu moderne oder sterile Umgebung. 

Gebraucht (gereinigt und restauriert):

Der Teppich wurde benutzt und hatte defekte Stellen. Er wurde aber gereinigt und restauriert und ist jetzt in einem hervorragenden Zustand.

Neu:

Der Teppich ist neu und unbenutzt.

Was ist der Unterschied zwischen antiken und Vintage Teppichen?

Antike Teppiche sind nach unserem Verständnis mindestens 80 Jahre alt. In der Kategorie Vintage findet ihr Teppiche die zwischen 20 und 70 Jahre alt sind.

 

Ihr fragt Euch, was die Muster in Eurem Lieblings-Teppich bedeuten? Hier findet ihr Informationen dazu.

Wenn Ihr wissen wollt, wie man den Wert eines Teppichs bestimmt, findet ihr hier eine Reihe von Kriterien und nützliche Informationen.

Noch Fragen? Schreibt uns gerne.