Antiker Senneh Kelim
175 cm x 135 cm
Nr. 6870

€920

Geometrischer antiker Senneh Kelim, rostrot mit Bordüre und Medaillon

Herkunft
Persien
Maße 175 cm x 135 cm (= 2.36 qm)
Herstellung handgewebt
Material Schuss (Flor): Wolle (handgesponnen, Naturfarben)
Kette: Wolle
Florhöhe 2mm
Herstellungsjahr 1910
Farbe Rostrot, Olivgrün
Auflage Einzelstück

Herkunft

Kelims (auch Kilim, Qilim) wurden traditionell nur für den Eigengebrauch hergestellt. Nomaden und Bauern benutzten und benutzen ihre Kelims als Teppiche auf dem Boden, aber auch als Zelt- oder Wandbehänge, Decken, Kissen oder Taschen. Weil Kelims im Alltag ständige Begleiter waren, tragen die Muster – mögen sie auch naiv wirken – immer eine persönliche Botschaft und haben eine Bedeutung für die Weber und ihre Familien.

In Europa sind insbesondere Kelims aus der Türkei, dem Kaukasusgebiet, dem Iran, Afghanistan und dem turkmenischen Kulturraum bekannt und beliebt. Tatsächlich werden in allen Ländern, in denen Teppiche geknüpft werden, auch Teppiche handgewebt. Dieser Kelim wurde in der Stadt Senneh handgewebt. Senneh heißt heute Sanandadj und ist Mittelpunkt der westpersischen Provinz Kurdistan. Im Iran ist Sanandadj – neben den Teppichen – übrigens berühmt für die, aus dem Wurzelholz von Walnussbäumen, handgefertigten Backgammon Spiele. Teilweise werden Senneh Teppiche heute auch als Sanandadj Teppiche bezeichnet. Die Senneh Kelims sind typischerweise besonder fein gewebt.

Kelims werden immer handgewebt und bestehen nur aus Kett- und Schuss-Fäden, haben also keinen dicken, nach oben ausgerichteten Flor. Kelims haben auf beiden Seiten das gleiche Muster und sind daher beidseitig nutzbar. Die Musterung entsteht durch die farbigen Schussfäden, die in die Kettfäden gewebt werden. Dieser antike Senneh Kelim ist ein Sammlerstück. Er ist rund 110 Jahre alt und schon deswegen ein wirklich besonderes Stück. Antike Teppiche, wie dieser Senneh Kelim, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und werden zu Höchstpreisen von renommierten Auktionshäusern versteigert.

Muster

Der Rand des Teppichs wird von einer Umrandung (Bordüre) geziert. Die Bordüre bildet einen hervorragenden Kontrast zum Zentrum.

In der Mitte des zentralen Feldes dieses Senneh Kelims liegt das symmetrische Zentrum, das auch Medaillon genannt wird. Die Gestaltung des Feldes ordnet sich dem Medaillon unter, sodass der Eindruck entsteht, das Medaillon treibe auf dem Feld.

Die abstrakte, geometrische Komposition macht die schlichte Eleganz dieses Senneh Kelims aus. Das Muster schmeichelt der Gestaltung des Raumes und nimmt den Möbeln, der Dekoration und den architektonischen Element nicht die Aufmerksamkeit. Es schafft eine angenehme Atmosphäre ohne den Stil des Raumes zu dominieren.

Der Hintergrund dieses Senneh Kelims ist Rostrot. Der Rand ist in den Farben Graubeige und Olivgrün gestaltet. In dem graubeigen Zentrum sind die Farben Creméweiß und Rostrot kombiniert.

Zustand

Dieser Senneh Kelim hat eine Geschichte. Er wurde ca. 1910 handgewebt und hat seitdem treue Dienste geleistet. Dieses antike Stück weist einige Löcher auf. An einer Seite befindet sich ein etwa 3cm breiter Riss. Außerdem sind die Kanten teilweise beschädigt. Insgesamt ist er dennoch in einem guten Zustand und kann noch für Jahrzehnte Freude bereiten. Wir haben diesen Senneh Kelim nicht restauriert, weil wir finden, dass er so wie er ist eine besondere Wirkung hat. Wenn ihr das wollt, restaurieren wir den Teppich natürlich gerne für Euch.

Material

Die Technik mit der die Materialen für den Flor dieses Senneh Kelims hergestellt wurden ist über 200 Jahre alt. Die Wolle wurde mit Naturfarben gefärbt und von Hand versponnenen. Das Färben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das Färben mit chemischen Farben. Für ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. Für ein kräftiges, nicht zu blasses Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes Färberwau. Auch das Spinnen der Wolle ist zeit- und arbeitsintensiv. Zudem beherschen immer weniger Menschen das Spinnen der Wolle mit der Hand.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das Färben mit Naturfarben behält die hochwertige Wolle ihren natürlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefärbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster. Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten Unregelmäßigkeiten und natürlichen Farbtönen entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in Räumen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind.

Die Farben dieses Teppichs ändern sich je nachdem von welcher Seite er betrachtet wird. Das hängt davon ab, ob das Licht mit dem Strich oder gegen den Strich des Flors einfällt. Wir haben den Teppich daher aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.

Kinder gehören in die Schule und nicht an den Knüpf- oder Webstuhl. Für uns ist es daher eine Selbstverständlichkeit, nur Teppiche, die unter fairen Bedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden, anzubieten. 

Wir legen besonderen Wert auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und tolerieren keine Kinderarbeit bei unseren Produzenten. Deswegen engagieren wir uns bei der Initiative Care & Fair gegen Kinderarbeit im Teppichhandel.

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