Antiker Yomoudh
190 cm x 140 cm
Nr. 16772

€1,580

Geometrischer antiker Yomoudh, dunkelbraun mit Bordüre, Feldermuster und Rauten

Herkunft
Turkmenistan
Maße 190 cm x 140 cm (= 2.66 qm)
Herstellung handgeknüpft
Material Flor: Wolle (handgesponnen, Naturfarben)
Schuss & Kette: Wolle
Knoten/m2 160.000
Florhöhe 4mm
Herstellungsjahr 1900
Farbe Dunkelbraun
Auflage Einzelstück

Herkunft

Der Hauptstamm der Turkmenen ist der Yomoudh (auch Yomudh, Yamut, Yomud). Die Mitglieder des Yomoudhen-Stammes leben hauptsächlich in der Republik Turkmenistan und teilweise auch in Afghanistan und im Iran. Die Yomoudh Teppiche – die allgemein als Bucharas bezeichnet werden – unterscheiden sich von denen der Tekke, einem anderen Hauptstamm, durch das sehr prägnante Gül-Muster. Die unterschiedlichen Gül-Muster sind die Erkennungszeichen der Nomaden-Stämme.

Buchara (teilweise auch Bochara) ist eine Oasenstadt in Usbekistan, die an der ehemaligen Seidenstraße liegt. Obwohl in Buchara selbst keine Teppiche geknüpft wurden, ist die Stadt Namensgeber für viele Orientteppiche, weil diese traditionell aus Buchara in den Westen exportiert wurden. Geknüpft aber wurden diese Teppiche von Turkmenenstämmen, wie den Yomoudh. Dieser antike Yomoudh ist ein Sammlerstück. Er ist rund 120 Jahre alt und schon deswegen ein wirklich besonderes Stück. Antike Teppiche, wie dieser Yomoudh, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit und werden zu Höchstpreisen von renommierten Auktionshäusern versteigert. Bei diesem Stück handelt es sich um ein Tekke- "Ensi - Hatschlu". Diese zwei Begriffe stammen, wie der Teppich aus Türkmenistan und bedeuten übersetzt "Vorhang - Zelteingang", da sie von den normadisch lebenden Stämmen genau dafür verwendet/geknüpft wurden.

Muster

Das sogenannte Feldermuster dieses Yomoudh erinnert an einen üppig bewachsenen Garten mit geometrisch gegliederten, einzeln eingefassten Beeten. Diese Gestaltung ist typisch, weshalb Feldermusterteppiche auf Deutsch auch als Gartenteppiche bezeichnet werden. Die einzelnen Kassetten des Musters dieses Yomoudhzeigen unterschiedliche Motive, folgen jedoch einer streng symmetrischen, rechteckigen Anordnung.

Das hat seinen Grund: Weite Teile Persiens und viele andere Regionen des Mittleren und Nahen Ostens sind wüsten- oder steppenartige Trockengebiete, in denen vielfach so genannter Irrigations-Gartenbau betrieben wird. Dabei wird Wasser durch kleine Bewässerungskanäle zu den Beeten geführt. Das Feldermuster gibt dieses Bewässerungssystem stark vereinfacht wieder. Aufgrund der Trockenheit in diesen Regionen stellen zudem blühende und grünende Gärten eine Besonderheit dar. Das Feldermuster geht daher wohl auf den Wunsch zurück, sich ein wenig Garten und damit ein kleines Paradies ins Haus zu holen. Im Koran kommt der Begriff Garten als irdisches Gegenstück zum Paradies – übrigens ein Wort altpersischen Ursprungs – sehr häufig vor.

Die Farbe dieses Yomoudhs ist Dunkelbraun.

Zustand

Ihr seid nicht die ersten, die Gefallen an diesem Yomoudh finden. Er hatte bereits Besitzer vor Euch, die ihn geschätzt und benutzt haben. Altersbedingt ist der Flor auf Grund des stolzen Alters, verständlicherweise insgesamt dünn geworden. Sonst ist dieses antike Stück in herausragend gutem Zustand. Er wurde ca. 1900 handgeknüpft. Wir haben ihn gründlich gereinigt und liebevoll restauriert. Er ist daher – trotz seines Alters – in einem sehr guten Zustand.

Material

Die Technik mit der die Materialen für den Flor dieses Yomoudhs hergestellt wurden ist über 200 Jahre alt. Die Wolle wurde mit Naturfarben gefärbt und von Hand versponnenen. Das Färben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das Färben mit chemischen Farben. Für ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. Für ein kräftiges, nicht zu blasses Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes Färberwau. Auch das Spinnen der Wolle ist zeit- und arbeitsintensiv. Zudem beherschen immer weniger Menschen das Spinnen der Wolle mit der Hand.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das Färben mit Naturfarben behält die hochwertige Wolle ihren natürlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefärbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster. Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten Unregelmäßigkeiten und natürlichen Farbtönen entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in Räumen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind. Der Untergrund (Schuss- und Kettfäden) dieses Yomoudhs besteht aus Schurwolle.

Die Farben dieses Teppichs ändern sich je nachdem von welcher Seite er betrachtet wird. Das hängt davon ab, ob das Licht mit dem Strich oder gegen den Strich des Flors einfällt. Wir haben den Teppich daher aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.

Kinder gehören in die Schule und nicht an den Knüpf- oder Webstuhl. Für uns ist es daher eine Selbstverständlichkeit, nur Teppiche, die unter fairen Bedingungen und ohne Kinderarbeit hergestellt wurden, anzubieten. 

Wir legen besonderen Wert auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und tolerieren keine Kinderarbeit bei unseren Produzenten. Deswegen engagieren wir uns bei der Initiative Care & Fair gegen Kinderarbeit im Teppichhandel.

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