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Bidjar | 96 cm x 71 cm | Nr. Z-4642

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Bidjar, hellrot mit Bordüre, Medaillon und Rauten

Herkunft
Persien
Maße 96 cm x 71 cm (= 0,68 qm)
Herstellung handgeknüpft
Material Flor: Wolle (handgesponnen, Naturfarben)
Schuss & Kette: Baumwolle
Knoten/m2 360.000
Florhöhe 12mm
Herstellungsjahr 1970
Farbe Hellrot, Creméweiß
Auflage Einzelstück

Herkunft

Dieser Teppiche wurde in Bidjar, in der Provinz Kermanshah im Nordwesten des Irans geknüpft. Bidjar Teppiche gehören zu den solidesten und hochwertigsten Orientteppichen. Die Mehrheit der Bevölkerung in Bidjar sind Kurden.

Beim kurdischen Bidjar wird ein besonders dickes Schussgarn, das extrem hart ist, angeschlagen. So entsteht ein brettharter, besonders strapazierfähiger Teppich. Insbesondere die jüngeren Bidjars ziert das typische Herati-Muster, das auch Fischmuster genannt wird.

Muster

Die verzierte Umrandung (Bordüre) bildet einen herrlichen Kontrast zum Zentrum und gestaltet den Übergang am Rand des Teppichs.

In der Mitte des zentralen Feldes dieses Bidjars liegt das symmetrische Zentrum, das auch Medaillon genannt wird. Die Gestaltung des Feldes ordnet sich dem Medaillon unter, sodass der Eindruck entsteht, das Medaillon treibe auf dem Feld.

Im Muster dieses Bidjars stechen insbesondere die Rauten hervor. Rauten sind ein auf einer Spitze stehender Rhombus, dessen vier gleiche Seiten im Orientteppich gezackt, abgesteppt oder mit Haken besetzt sein können. Die Raute gehört zu den ältesten Grundformen im Orientteppich. Sie hat in der islamischen Welt eine symbolischen Bedeutung: Sie versinnbildlich die Unsterblichkeit der Seele. Daher ist sie sehr häufig als Füllmotiv anzutreffen.

Der Hintergrund dieses Bidjars ist Creméweiß. Im Gesamteindruck dominieren außerdem die Farben Hellrot und Creméweiß. Der Rand ist in den Farben Hellrot, Türkis und Dunkelblau gestaltet.

Material

Die Technik mit der die Materialen für den Flor dieses Bidjars hergestellt wurden ist über 200 Jahre alt. Die Wolle wurde mit Naturfarben gefärbt und von Hand versponnenen. Das Färben mit Natur- oder Pflanzenfarben ist komplizierter, teuerer und zeitaufwendiger als das Färben mit chemischen Farben. Für ein leuchtendes Rot beispielsweise braucht man pro Kilo Wolle rund ein Kilo gemahlene Krappwurzel als Farbstoff. Für ein kräftiges, nicht zu blasses Gelb benötigt man pro Kilo Wolle sogar zwei Kilogramm des Farbstoffes Färberwau. Auch das Spinnen der Wolle ist zeit- und arbeitsintensiv. Zudem beherschen immer weniger Menschen das Spinnen der Wolle mit der Hand.

Doch der Aufwand lohnt sich: Durch das Färben mit Naturfarben behält die hochwertige Wolle ihren natürlichen Fettgehalt. Die mit Naturfarben gefärbte und von Hand versponnene Wolle erzeugt faszinierende, changierende Muster. Der Charme handgesponnener Wolle mit ihren leichten Unregelmäßigkeiten und natürlichen Farbtönen entfaltet sich als Kontrast in modernen Interieurs aber auch in Räumen, die traditioneller oder im Landhausstil eingerichtet sind. Die Schuss- und Kettfäden dieses Bidjars bestehen aus Baumwolle. Das vielseitige Material ist reißfest und dehnbar und daher besonders geeignet für ein strapazierfähiges Untergewebe.